30 Jahre UWG Langenberg

Ein Jubiläum, dass man sicherlich feiern sollte. Die UWG Langenberg tat die am 19.06.2019 im Gästebereich der Hohenfelder Brauerei. Für die Möglichkeit dort im gastlichen Ambiente zu feiern sei der Familie Schütze an dieser Stelle herzlich gedankt.

Was die Presse zum Jubiläum schreibt finden Sie HIER.

Anlässlich des Jubiläums blicke unser 1. Vorsitzender auf die erfolgreichen 30 Jahre zurück.

Norbert Heinrichsmeier:
Heute blicken wir gemeinsam auf das 30-jährige Bestehen der UWG Langenberg zurück. 30 Jahre sind vielleicht nicht das übliche, große Jubiläum, jedoch ist es ein runder Geburtstag, den man durchaus würdigen kann und auch sollte.

Vor 30 Jahren, genau am 08.08.1989, wurde auf Initiative von Herrmann Rosen (der übrigens aus der CDU kam) im Wiedenbrücker Kolpinghaus von elf Gründungsmitgliedern die UWG Langenberg gegründet.

Die Anfänge waren 1989 sicherlich schwer – es war schwierig Menschen zu finden, die sich in der Kommunalpolitik engagieren wollten. Noch schwieriger war es Interessierte für die UWG zu finden. Ein Verein, keine Partei, aus dem Nichts – und für viele nur eine vorübergehende Störung.


Am 1. 10.1989 beteiligte sich die UWG an der ersten Kommunalwahl. Besetzte 12 (von13) Wahlbezirke. Jürgen Schultz (13,7%) und Marina Kammertöns (12,7%) erreichten die besten Platzierungen. Insgesamt reichte es für ein Ratsmandat, welches zunächst Herrmann Rosen belegte. Bei dieser Wahl rutschte die CDU erstmals unter 50% und verlor 2 Mandate, eben eins an die UWG und eins an die SPD.

Um die Ratsarbeit, bei nur einem Mandat, auf breitere Füße zu stellen, sollte nach 2,5 Jahren ein Wechsel zwischen Hermann Rosen und Rolf Brandherm erfolgen. Doch schon nach 1,5 Jahren schied Hermann Rosen auf eigen Wunsch aus dem Rat aus und Rolf übernahm das Mandat. Herman blieb Vereinsvorsitzender.

Wir hatten den Fuß in der Tür. Wir organisierten Stammtische, Arbeitskreise, Firmenbesichtigungen. Wir luden die Bürger zu unseren offenen Fraktionssitzungen ein. Wir waren so anders als die Anderen, fast schon ein bisschen unheimlich. Oft auch mitleidsvoll belächelt von den etablierten Parteien. So waren die ersten 5 Jahre.

Kurz vor der nächsten Wahl, am 05.07.94 verlässt Hermann Rosen die UWG. Übergangsweise übernahm Rolf Brandherm den Vereinsvorsitz, bevor dann Heinz Lütkehellweg für die nächsten 23 Jahre den Vorsitz übernahm. Am 26.11.2017 durfte ich ihn dann ablösen.
Bei der Wahl am 16.10.1994 konnte die UWG dann alle Wahlbezirke besetzen und mit 6,9% reichte es für 2 Mandate, und damit nicht nur zum Fraktionsstatus, sondern wir wurden zur drittstärksten Kraft, knapp vor den Grünen und vor der FDP.

Rolf Brandherm wurde von nun an durch Ulli Kambach unterstützt, sowie erstmals durch Sachkundigen Bürgern im Umweltausschuss und Schul, -Kultur- und Sport – Ausschuss.
In diesen Zeitraum fielen viele Entscheidungen zur Weiterentwicklung der UWG. Zu jedem Ausschuss wurden Arbeitskreise gegründet – diese sind, wie auch schon die Fraktionssitzungen, für alle interessierte Langenberger offen. Um den Zusammenhalt und den Austausch mit den nicht politisch Aktiven zu stärken, wurde als Jahresabschluss im neuen Jahr das Grünkohl essen eingeführt, welches bis heute immer noch unter euch Mitgliedern sehr beliebt ist.

1999 wurde der Bürgermeisterposten erstmals direkt von den Bürgern gewählt und der Bürgermeister wurde Verwaltungschef und Repräsentant in einer Person. „Eine politische Kraft braucht ein Gesicht“ war unser aller Meinung und so ging aus 2 internen Bewerbern Anne Schütze an den Start, gegen den damaligen Amtsinhaber der CDU Herrn Höber. Eine Emnid – Umfrage prognostiziert 2%.

Doch es kam anders. Die UWG holte mit 19% 5 Ratssitze und wurde zweitstärkste Kraft. Noch überraschender war, dass Herr Höber keine 50 % der Stimmen erlangen konnte und in die Stichwahl mit Anne Schütze, die 27 % erreichte, musste. Wie ihr alle wisst, gewann Anne diese Stichwahl mit 5% Vorsprung und damit hatte Langenberg eine UWG – Bürgermeisterin. Jetzt war die UWG hoffähig. Die Langenberger haben ihre Scheu vor den Unabhängigen endgültig verloren. Erstmals können wir wirklich teilhaben und Mitgestalten an den Entscheidungen des Rates.

Als die Wahlen 2004 anstehen bewirbt sich Susanne Mittag aus unseren Reihen um das Amt der Bürgermeisterin. Auch Sie kommt bei den Langenbergern gut an – und die Arbeit der vergangenen Jahre trägt Früchte – Sie setzt sich gegen den CDU – Kandidaten durch. Wir haben wieder eine UWG – Bürgermeisterin und wieder können wir im Rat zulegen. Jetzt haben wir 7 Sitze und stellen mit Heinz Lütkehellweg den 2. Stellvertretenden Bürgermeister.

Bei der nächsten Wahl 2009 tritt Susanne wieder an und wird, ohne Gegenkandidaten, mit 88% wiedergewählt. Wir holen sogar drei Direktmandate, mit 32,75% 9 Ratssitze und Anne Wennemann wird zur 2. Stellvertretenden Bürgermeister gewählt.

Bei der nächsten Wahl in 2014 konnten wir unser bis dahin erreichte verteidigen. Susanne konnte sich erfolgreich gegen die CDU – Kandidatin Monika Düsing durchsetzen, wir erreichten mit 33,9 % wieder 9 Ratsmandate und Anne Wennemann blieb stellvertretende Bürgermeisterin.

Diese 30-jährige Erfolgsgeschichte war und ist, harte und mühselige Arbeit gewesen. Und es gehörte auch ein wenig Glück, sowie „Dusseligkeit“ der politischen Gegner dazu, die uns unbewusst in die Karten spielen. Ebenso gehört eine in der Bevölkerung akzeptierte Bürgermeisterin dazu. Ihre positiven Eigenschaften werden auch auf uns, die UWG Langenberg übertragen, und liefern damit einen gewissen Anteil an Stimmen für uns.

Und nun, nach 30 Jahren machen wir uns auf in die nächste Kommunalwahl im Herbst 2020. Erste Vorbereitungen laufen. Langjährige, wohlverdiente Mitglieder werden nicht mehr antreten, dafür gibt es neue, jüngere Menschen, die mitmachen. Ein Generationswechsel deutet sich an.

Wie schwierig es ist, jüngere Menschen für Kommunalpolitik zu erreichen, erlebe ich auf Kreisebene, wo wir vom Kreis-Vorstand alle Kreiskommunen besucht haben. In fast jeder Kommune, war dies eines der größten Sorgen.

In Langenberg ist aus 11 Gründungsmitgliedern in 30 Jahren die Mitgliederzahl auf fast das 5-fache gestiegen. Auch das sehe ich als ein Beweis dafür, dass wir gute und attraktive Politik für Langenberg machen.

Und unser Ziel ist auch klar. Den Status zu halten und wenn möglich noch ein oder zwei Ratsmandate zu legen.

Ich bedanke mich für euer zuhören und wünsche uns noch einen schönen, gemütlichen 30. Geburtstag.

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